neuLAND Vielfalt

Diversitätsbewusstsein und Bürgerschaftliches Engagement im ländlichen Raum in Bayern
Modellprojekt 2020-2021

Der ländliche Raum ist ein besonderer sozialer Raum. Es gibt nicht den ländlichen Raum – sondern die Gebiete in Bayern, die mit dem Begriff ländlich verbunden werden, sind heterogen und vielseitig.

Das LBE entwickelt in Zusammenarbeit mit Akteuren aus den drei ländlichen Gemeinden ein bedarfs- und teilnehmerorientiertes Konzept von Bildungs- und Beratungsangeboten zur Stärkung eines Diversitätsbewusstseins von Akteuren im ländlichen Raum.
Dabei wird der Schwerpunkt auf die Sensibilisierung für Formen von gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit und handlungsorientierten Kompetenzen zur Förderung von Solidarität und Resilienz gelegt.
Geplant sind drei Projektdurchläufe mit insgesamt neun Tagesveranstaltungen in den drei beteiligten Gemeinden. Bei den Bildungsveranstaltungen und den Planungstreffen sollen in jeder Gemeinde bis zu 30 Personen aktiv einbezogen sein. Darunter sollen Vertreter*innen verschiedener zivilgesellschaftlicher Strukturen, Multiplikator*innen und Verantwortungsträger*innen aus Verwaltung, Bildungseinrichtungen und Kirchen sein. Dabei ist nicht geplant, dass alle Akteure an allen Veranstaltungen teilnehmen.
Nach Ablauf der drei Projektstränge in den drei Gemeinden ist eine Abschlusstagung vorgesehen, die von der Projektleitung in Kooperation mit den Beteiligten, zusätzlichen Kooperationspartnern und mit interessierten Gemeinden aus ländlichen Gebieten geplant und gestaltet werden soll. Dabei geht es um die Präsentation und Diskussion von Projektergebnissen und deren Aufbereitung für den Transfer in andere Gemeinden über das Modellprojekt hinaus. Die Projektergebnisse sollen in einer Dokumentation unter Mitwirkung von Teilnehmenden festgehalten werden.

Annahme:
Es gibt einen Bedarf bei zivilgesellschaftlichen und öffentlichen Stellen im ländlichen Raum das Diversitätsbewusstsein zu stärken, d.h. für Voreingenommenheit und Ausgrenzungsmechanismen zu sensibilisieren und Zugänge zu eröffnen. Akteure, die sich vor Ort für Demokratie und Teilhabe einsetzen möchten, brauchen Unterstützung, um Austausch und Vernetzung zu initiieren.

Inhalte/Angebote im Projekt:
Austausch- und Qualifizierungsangebote in drei ausgewählten Landkreisen zur Demokratiestärkung und Anerkennung von gesellschaftlicher Heterogenität.

Kommunen/Landkreise:
(In Bearbeitung)

Format:
Vernetzungs-, Bildungs- und Beratungsangebote für drei Kommunen;
Schwerpunkt bildet eine dreiteilige Workshopreihe zu folgenden Inhalten:

Termin Inhalte
Auftakttreffen Austausch über bürgerschaftliches und demokratisches Engagement im Landkreis; bestehende Formen von Bürgerbeteiligung; aktuelle Themen und Herausforderungen;
Sensibilisierung für gesellschaftliche Vielfalt; Vermittlung von Formen und Auftreten von Gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit; gesellschaftliche und persönliche Verstrickung mit rassistischen, antisemitischen und anderen Denkmustern von Menschenfeindlichkeit; Einbeziehung von eigenen Erfahrungen und Vorfällen vor Ort;
geplante Dauer: ca. 4 Stunden
Trainingstag Stärkung einer Haltung für Gleichwertigkeit;
Reflexion über Mechanismen von Ausgrenzung und Ungleichbehandlung;
Begegnung mit Betroffenen von Ausgrenzung und Diskriminierung; Perspektivwechsel und Austausch z.B. mit Vertreter von Sinti und Roma;
Vermittlung von Strategien für couragiertes und diversitätsbewusstes Handeln;
Einüben und Trainieren von entsprechenden Handlungs- und Kommunikationsstrategien;
Vermittlung von Ansätzen und Techniken der Deliberation, um bei gegensätzlichen Meinungen im Gespräch zu bleiben;
Dauer: ca. 6 Stunden
Transferworkshop Netzwerkentwicklung und -stärkung vor Ort;
Entwicklung einer realistischen lokalen Agenda gegen Menschenfeindlichkeit;
Ideen- und Maßnahmeplanungen für ein lokales Bündnis gegen Rassismus;
Dauer: ca. 4 Stunden

Zusätzlich wird eine Abschlusstagung mit Akteuren aus allen drei Landkreisen geplant – zur Auswertung und für den Transfer für andere ländliche Gebiete.

Vor und zwischen den Workshops koordiniert und berät das LBE die Akteure vor Ort, u.a. bei der Auswahl von geeigneten Multiplikator*innen vor Ort, bei der Einbeziehung von Einrichtungen und Zielgruppen, bei der Netzwerkentwicklung und inhaltlichen Ausarbeitung;  

Zielgruppen – die beteiligten Akteure sollen die zivilgesellschaftliche Strukturen vor Ort abdecken, dabei über die „üblichen“ hinausgehen und Verantwortungsträger*innen und relevante Berufsgruppen einbeziehen:

  • Ehrenamtliche und hauptamtliche Akteure des zivilgesellschaftlichen und kulturellen Lebens
  • Akteure in der Geflüchtetenarbeit
  • Integrationslotsinnen und ihre Ehrenamtlichen-Netzwerke
  • Kulturelle Akteure
  • Kirchliche Gruppen
  • Akteure aus lokalen Vereine: Sport, Feuerwehr, Musik, etc.
  • Verwaltungsmitarbeiter*innen
  • Hauptamtliche und ehrenamtliche Akteure in der Erziehungs- und Bildungsarbeit

Team:
Koordination und Begleitung der Kommunen:   Julia Leisner (Mitarbeiterin LBE)
Planung/Leitung der Seminartage:                    Zeynep Parlak (freiberufl. Bildungsreferentin),
                                                                           Christian Schirmer (freiberufl. Bildungsreferent)

Zeitrahmen:      
Beginn 1.12.2020; Projektende 31.12.2021

Vernetzung:

Das Landesnetzwerk legt in allen Projekten großen Wert auf die Begegnung und Vernetzung von Projektakteuren. Folgende Einrichtungen sind bei der Entwicklung und Durchführung der Projekte als Kooperationspartner vorgesehen:

  • Ansprechpartner im Bereich Bürgerschaftliches Engagement vor Ort
  • Landesverband der Sinti und Roma Bayern
  • Bündnis für Toleranz Bayern
  • Landeskoordinierungsstelle gegen Rechtsextremismus
  • Arbeitsgemeinschaft der Ausländer-, Migranten- und Integrationsbeiräte Bayerns (Agaby)
  • Landesarbeitsgemeinschaft der Freiwilligenagenturen/-zentren in Bayern (lagfa)
  • Landesarbeitsgemeinschaft Soziokultur Bayern e.V.
  • Migranten(selbst)organisationen
  • Bayerischer Städte- und Gemeindetag